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Headbanging mit In-Ear Systemen

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Handy ausgepackt, Inhalt abgecheckt: Anleitung, Ladekabel, Kopfhörer - alles am Start. Doch mal ehrlich: wer nutzt die mitgelieferten Kopfhörer vom Handy? Irgendwie stimmt der Sound nicht, kabelgebunden will man eh nicht sein und so recht in die Ohren passen tun die Teile auch nicht. Für ein Telefonat zwischendurch geht das mal. Doch in der Straßenbahn? Da hört man doch mehr von außen als von der Musik selbst. Also Lautstärke hochdrehen. Die Ohren werden es einem danken... 

 

Doch was ist ein adäquater Ersatz, welche Kopfhörer können infrage kommen, wenn die Teile gut klingen und gleichzeitig bequem sitzen und nicht verrutschen sollen? Hier kommt der CIE – Custom In-Ear – ins Spiel! 

 

Zunächst wollen wir Kopfhörer in zwei grobe Klassen aufteilen: Over-Ears, das sind große Kopfhörer die man über den Ohren trägt und In-Ears, das sind Kopfhörer, die man in den Ohren trägt. Over-Ears sieht man im täglichen Gebrauch eher weniger. Für Sport, dem Weg zur Arbeit und zum Hören zwischendurch treten In-Ears vermehrt auf. Das ist einfach handlicher und kompakter. Die Varianten können kabelgebunden sein oder über Bluetooth mit dem Abspielgerät verbunden werden. Viele der kabellosen In-Ears werden mittlerweile smart: aktive Geräuschunterdrückung, die nur bestimmte Signale (wie zum Beispiel Stimmen) durchlässt, leicht bedienbar und sofort verbunden. Doch was nutzt das alles, wenn die In-Ears nicht recht passen, rutschen, wackeln und rausfallen? Beim Sport ist man ständig am zuppeln und wieder reindrücken. Letzten Endes hat man nach dem Marathon mehr Muskelkater im Bizeps als in den Beinen, weil man überwiegend mit den Armen zum Richten der Kopfhörer als mit dem Laufen beschäftigt ist.

Genau für diesen Fall gibt es sogenannte Custom In-Ears: diese Art Kopfhörer werden speziell auf das Ohr angepasst. Wie der Schuh vom Schuster, wie die Krone vom Zahnarzt oder das Toupet auf dem Kopf. Rausrutschen? Unmöglich! Druckgefühl? Durch die Anpassung wohl kaum. Außengeräusche? Wie denn, wenn die Kopfhörer genau in das Ohr passen und nahezu alle Geräusche von außen abschirmen? 

 

Doch wie genau geht das? 

 

Die Basis der Custom In-Ears ist eine Abformung der Ohrmuschel und des Gehörganges. Diese kann man sich ganz einfach beim Akustiker machen lassen. Je nach Akustiker betragen die Kosten zwischen 10-20€. Wenn ihr die Abformung in der Hand haltet, könnt ihr das Negativ von eurem Ohr betrachten. Es gibt verschiedene Dinge zu entdecken wie die Krümmung vom Gehörgang, aber auch komisch klingende Elemente, wie die Cymba. Die Abformung könnt ihr nun zum Beispiel zu uns schicken. Wir nehmen diese, machen sie ein wenig schick und scannen sie anschließend ein. Anschließend erfolgt eine Modulation via 3D am Computer. Es werden Anpassungen vorgenommen, damit die Dichtigkeit gewährleistet wird, es angenehm im Ohr sitzen wird und die Technik eingebaut werden kann. Das Ganze wird nun gedruckt - natürlich von einem Spezial-Labor mit biokompatiblem Material und auf den zehntel-Millimeter genau. Ja, wirklich: so genau ist der Druck, soll ja schließlich auch passen! Nun wird die Technik eingesetzt, das In-Ear geschlossen, der Sound getestet und die Teile veredelt. Klingt erstmal nach wenig Arbeit, es ist jedoch eine Maßanfertigung, die mit viel Handarbeit verbunden ist. Daher sind die Herstellungskosten der Custom In-Ears auch entsprechend höher gegenüber Kopfhörern von der Stange.

 

Jetzt aber schnell zum Kunden damit: Angekommen, Auspacken, einsetzen und mal ordentlich den Kopf schütteln. Rutscht nicht! Headbanging mit In-Ears? Kein Problem mehr! Außengeräusche? Ne! Perfekt! Dann kann es ja los gehen... aber bitte mit Obacht: aufgrund der hohen Dichtigkeit und der Abschirmung von Außengeräuschen raten wir dazu, diese Kopfhörer nicht im öffentlichen Straßenverkehr zu tragen! In der Bahn - kein Problem, aber bitte nicht auf dem Weg dahin! 

CIE 4.0 - die digitale Fertigung

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Die Digitalisierung ist in aller Munde. Nichts geht mehr ohne Smartphone und Computer. Wenn die Herstellung eines CIE aber doch so viel Handarbeit bedeutet, wieso dann einen Umweg über die digitale Fertigung gehen anstatt sich diesen Schritt zu sparen? Kann es nicht einfach einfach gehen? Muss es denn digital sein und mit 3D-Druckern gearbeitet werden? Immer das Handy an. Früher war doch alles besser…

Im Grunde genommen kann man sich tatsächlich den Weg über eine 3D-Fertigung sparen. Um diese zu verstehen tauchen wir kurz ab in die Motorenwelt von VW. Motoren werden bekanntermaßen gegossen. Hierbei wird die Form des Motors in eine Formsand gepresst, diese wird mit einem flüssigen metallischen Werkstoff aufgegossen, abkühlen lassen, Sand entfernen, fertig! Hat bestimmt jeder mal bei Galileo gesehen. Das gleiche klappt ebenfalls mit der Ohrabformung: Abformung in Wachs eintauchen, mit Silikon umgießen und Negativ herstellen, Abformung wieder raus, Material einfüllen, aushärten lassen, Technik einbauen, schließen, testen, veredeln, fertig. Kann man sich sogar angucken auf YouTube – und das klappt wirklich, nicht nur im Tutorial! 

 

In der Tat ist diese Vorgehensweise noch ein durchaus angewandtes Verfahren. Das Problem: mal eine bogenförmige Bohrung gemacht? Ne? Oder einen Gegenstand gleichmäßig mit Wachs benetzt? Wir auch nicht. Und genau hier ergeben sich die Vorteile einer Modulation über 3D. Durch diese werden alle denkbaren Bauformen ermöglicht und der Phantasie sind nur die Grenzen des Prozessors gesetzt: Bohrungen in S-Form auf den Mikrometer genau einstellbar, Aufmaße zur Optimierung der Dichtigkeit, Oberflächenbehandlung zum Ausschließen von Lunkern, Verbesserung der Optik, passgenaue Anschlussmaße. Alles kein Problem – es sei denn man fertigt nicht digital. In diesem Sinne – mach doch mal das Handy aus!

Balanced Armature - alles, nur nicht Amateur 

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Das wohl wichtigste Bauteil in Kopfhörern, egal ob im Kopf platziert oder über die Birne gestülpt, sind wohl die Treiber. Viele Menschen wundern sich, dass aus den doch sehr kleinen In-Ear Systemen ein solch satter Sound entstehen kann. Wie die Frauen immer zu sagen pflegen: klein, aber oho! 


Die Wahl des Treibers ist maßgeblich für den Sound. Je nach physikalischen Prinzipien die hinter den Treibern stecken verändert sich das wahrgenommene Klangbild. Es gibt zwei Arten von Treibertechniken, die wir gerne vergleichen möchten: den dynamischen Treiber und den Balanced Armature Treiber. Dynamische Treiber kennt man von gängigen Lautsprechern. Das ist das runde schwarze Teil - welches sich als Membrane entpuppt - was meist unter dem